
Ich habe dieses Buch beim schmökern in unserer kleinen Stadtbibliothek entdeckt. Libby Page kannte ich vorher noch nicht. Sie ist eine Bestseller-Autorin und lebt in England (genau gesagt in Somerset). Auch „Das Jahr voller Bücher und Wunder“ wurde wieder ein Bestseller. Schon die erste Erscheinung des Taschenbuch`s von Goldmann ließ mich zum Buch greifen. Das Cover – das Bild eines Hauses mit Buchladen in einer Schneekugel – machte mich neugierig und als ich dann auch noch den Klappentext las, wusste ich: dieses Buch muss ich lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn es an einigen Stellen etwas klischeehaft, vorhersehbar und einem typischen Liebesroman entsprechend wenig Tiefe hatte konnte ich das Buch nicht beiseitelegen bevor ich wusste wo Tilly`s Reise hin geht.
An ihrem Geburtstag erhält Matilda Nightingale – genannt Tilly – einen Anruf von Alfie Lane, dem Buchhändler von Book Lane in Primrose Hill. Sie kann ihre Bücherbestellung abholen. Aber sie hat doch gar nichts bestellt? Neugierig geworden macht sie sich auf den Weg zur Buchhandlung und was sie da erfährt, reißt ihr erst mal den Boden unter den Füßen weg: ihr vor Monaten an Krebs verstorbener Mann Joe hat die Bestellung aufgegeben – sie kann es erst gar nicht glauben. Für das Jahr nach seinem Tod hat Joe für jeden Monat ein Buch ausgewählt, welches Tilly zurück ins Leben bringen soll – es ist von allem etwas dabei – ein Kochbuch, Poesie, Reiselektüre selbst ein Kinderbuch. Nachdem Tilly sich darauf eingelassen hat beginnt ein Jahr voller Abenteuer und neuer Erkenntnisse für sie. Lernt sie in diesem Jahr wieder lachen, träumen und glücklich sein? Ist vielleicht sogar wieder eine neue Liebe möglich ohne das Gefühl zu haben, Joe zu verraten?
Libby Page schafft es in ihrem Roman das Thema Tod eines nahen Angehörigen und den Weg zurück ins Leben für den zurück gebliebenen einfühlsam und berührend zu behandeln. Sie zeigt dem Leser, dass das Leben danach weitergeht und viel zu kurz ist um nicht wieder glücklich zu sein. Tilly und auch Alfie als Hauptprotagonisten sind sehr gut gezeichnete und ausgearbeitete Figuren – sie werden mit ihren Stärken und Schwächen, ihrer Zerrissenheit und ihren Gefühlen dargestellt. Selbst die Nebencharaktere, so wie Ellen die Mutter von Joe, kommen in dieser Geschichte nicht zu kurz. Auch sie bekommen ihren Platz. Denn schließlich tangiert der Tod eines Menschen seine ganze Umgebung und nicht nur einen Einzelnen. Die Charaktere kommen sympathisch, angenehm und authentisch rüber – sie sind nicht überzeichnet und ihre Verhaltensweisen sind im Großen und Ganzen nachvollziehbar.
Das Buch ist in die zwölf Monate eines Jahres aufgeteilt, wobei jeder Monat noch in verschiedene kurze Kapitel unterteilt ist. Dadurch lässt sich das Buch einfach und fließend lesen. Der Schreibstil ist flüssig und berührend. Bei solchen Büchern bin ich immer relativ nah am Wasser gebaut und auch bei diesem Buch bekam ich bei der ein oder anderen Szene feuchte Augen. Die Geschichte um Tilly zeigt uns, dass das Leben aus Trauer, Hoffnung und Neuanfängen besteht und das man sich selber nie verlieren und aufgeben darf, egal was auch passiert. Ich glaube ich habe bereits zum Jahresanfang eines meiner Lesehighlights für das Jahr 2026 gefunden.
💖💖💖💖💖

Schreibe einen Kommentar